Die Ursache ist meist eine Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (Ösophagussphinkter). Dadurch können saurer Magensaft oder Gallenflüssigkeit in übermäßiger Menge und gehäuft in die Speiseröhre zurückfließen. Dies führt zu einer schmerzhaften Reizung der Schleimhaut der Speiseröhre (Refluxösophagitis). Bedingt wird die Schwäche durch einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie), der zum Hochrutschen des Schließmuskels in den Brustkorb und zum Verlust der muskulären Vorspannung der Speiseröhre führt.

Beschwerden und Symptome

Meistens äußert sich die Erkrankung durch Sodbrennen bzw. Schmerzen hinter dem Brustbein. Oft werden auch häufiges Aufstoßen oder Rülpsen beklagt. Diese Symptome werden durch den einfachen Rücklauf des Speisebreis in die unteren Anteile der empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut hervorgerufen. In schweren Fällen und im Liegen nach Mahlzeiten fließt der Mageninhalt, v. a. nachts, sehr viel höher zurück. Es kann zum Überlaufen bis in die Luftröhre oder sogar in den Mund kommen. Möglicherweise werden in diesem Fall eine chronische Heiserkeit, gehäufte Atemwegsinfekte oder Schäden an den Zähnen hervorgerufen. Der Körper behilft sich durch die Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut in eine Schleimhaut, die dem Magen ähnlich ist und keine Schmerzempfindungen vermittelt. Nach jahrelangem Rückfluss des Magensaftes kann diese Veränderung durch die ständige Entzündung zum Speiseröhrenkrebs führen (Barrett-Karzinom). Ohne Behandlung erhöht sich das Risiko um das 20-Fache.

Diagnostik

Um die Diagnose einer Refluxkrankheit zu sichern und eine Behandlung einleiten zu können, sind mehrere Untersuchungen erforderlich. Diese werden alle in unserer Klinik im Bauchzentrum während eines kurzen stationären Aufenthalts von zwei Tagen durchgeführt. Neben der umfassenden Erhebung der Krankengeschichte folgt zunächst die Magenspiegelung (Gastroskopie) zur Feststellung, ob ein Zwerchfellbruch und eine Entzündung der Speiseröhre vorliegen. Liegt eine Entzündung oder eine veränderte Speiseröhrenschleimhaut vor, werden feingewebliche Proben entnommen und mikroskopisch untersucht. Anschließend erfolgt eine Druckmessung der Speiseröhrenmuskulatur (Manometrie) und Messung des Säurewertes in der Speiseröhre (pH-Metrie) über 24 Stunden unter Alltagsbedingungen. Komplettiert wird die Untersuchungsreihe durch eine Röntgenaufnahme, bei der die Kontrastmittelpassage durch die Speiseröhre während des Schluckaktes aufgezeichnet wird.

Therapie

Wurde nach den o. g. Untersuchungen die Diagnose einer Refluxkrankheit gestellt, ergibt sich die Notwendigkeit zur Behandlung zunächst aus den subjektiven Beschwerden. Langfristig gesehen sollte die Gefahr der bösartigen Entartung (20-fach erhöht) zur Einleitung einer adäquaten und dauerhaften Therapie führen. Die Behandlung wird immer konservativ durch Einnahme von Medikamenten begonnen, die sehr effektiv die Produktion der Magensäure hemmen (sog. Protonenpumpen-Hemmer). In einigen Fällen kann nach mehrwöchiger Einnahme die Entzündung der Speiseröhre zunächst ausgeheilt werden. Da die Medikamente die Ursache der Erkrankung nicht beheben, ist in den meisten Fällen eine dauerhafte, nämlich lebenslange Einnahme erforderlich. Zum einen verschwinden unter der Medikation die Beschwerden oft nur unvollständig und zum anderen bestehen vor allem für jüngere Patienten Bedenken hinsichtlich der Nebenwirkungen einer medikamentösen lebenslangen Therapie, deren Folgen heute noch nicht absehbar sind. Bei gewissen Funktionsstörungen der Speiseröhrenmuskulatur ist jedoch nur diese konservative Therapie möglich. Nur durch eine Operation hingegen kann die Erkrankung ursächlich behandelt werden. Der Verschlussmechanismus wird wieder effektiv hergestellt und ein Rückfluss des Magensaftes in die Speiseröhre verhindert. Eine dauerhafte Medikamenteneinnahme ist in der Regel nicht mehr erforderlich. Die sog. Fundoplicatio oder Hemifundoplicatio sind die weltweit am häufigsten angewandten Verfahren. Diese Operationsverfahren können in unterschiedlicher Häufung zu erheblich beeinträchtigenden Schluckstörungen führen. An unserer Klinik haben wir basierend auf anatomischen Erkenntnissen ein neues Verfahren, die sogenannte Funktionelle Rekonstruktionsplastik des unteren Ösophagussphinkters entwickelt, das diese Problematik nahezu ausschließt.