Chronische Schmerzen sind behandelbar

Das Zentrum für Schmerzmedizin

Das Zentrum für Schmerzmedizin wurde im Jahr 1993 nach einem gemeinsamen Konzept der Professoren Alfred Lehmenkühler und Peter Thümler als damals erstes seiner Art in Deutschland als teilstationäre Einrichtung (Tagesklinik) mit 20 Plätzen am St. Vinzenz-Krankenhaus gegründet. Das Schmerztherapeutische Zentrum ist eine von den Krankenkassen anerkannte Einrichtung zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von chronischen Schmerzen.

Was verstehen wir unter chronischen Schmerzen?

Etwa jeder 10. Mensch leidet unter chronischen Schmerzen. Wir sprechen von chronischen Schmerzen, wenn sie über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten oder wiederkehrend auftreten und damit zu einem Bestandteil unseres Lebens werden. Dies geht einher mit einer deutlichen Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen sowie häufig mit Veränderungen im Freizeit- und Bewegungsverhalten, wie sozialem Rückzug und Schonverhalten. Sozialer rückzug kann eine depressive Stimmungslage hervorrufen oder sie weiter verstärken. Körperliche Schonung verursacht einen Abbau von Muskelkraft und führt zu muskelverspannungen. Dies führt weiterhin zum Abbau der körperlichen leistungsfähigkeit mit zunehmenderr Erschöpfung, was langfristig eine weitere Schmerzverstärkung zur Folge hat.

Chronische Schmerzen sind vielschichtig und es liegt ein Wechselspiel zwischen köperlichen, seelischen und sozialen Faktoren vor, die sich unterhalten und verstärken können.

Was bedeutet eine interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie?

Augrund der vielfältigen Ursachen sowie der verstärkenden und aufrechterhaltenden Einflüsse bei chronischen Schmerzen beziehen wir körperliche, seelische und soziale Faktoren mit in unser Therapiekonzept ein. Multimodale Behandlungsprogramme, in denen die oben genannten Einzelaspekte, wie auch ihr Zusammenspiel gemeinsam betrachtet werden, haben sich als effektive und anderen Methoden als nachweislich überlegen erwiesen. (H.-R. Casser et al.: Der Schmerz 4; 2013)

Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) bedeutet die gleichzeitig, inhaltlich eng abgestimmte, fachübergreifende und integrative Behandlung von Schmerzpatienten, die in Kleingruppen von max. 8 Patienten durchgeführt wird. Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten sowie Pflegepersonal bilden dafür ein Behandlungsteam, das sich bezüglich der Therapieeinheiten eng abspricht und in regelmäßigen Teambesprechungen den Behandlungsverlauf beurteilt. (Deutsche Schmerzgesellschaft)

Der Schwerpunkt liegt auf unserer Tagesklinik mit 2 Gruppen a 8 Patienten. Der Patient wird während des Tages therapeutisch betreut und verbringt die Nacht und das Wochenende in seiner gewohnten häuslichen Umgebung. Familiäre und soziale Bindungen sowie Aktivitäten bleiben selbst während des  Behandlungszeitraums bestehen. Das ermöglicht es, in der Therapie erlernte Strategien direkt im Alltag umzusetzen und entsprechende Erfahrungen auszutauschen.
Stationär behandeln wir Patienten mit chronischen Schmerzen, die zusätzlich unter ernsthaften Vorerkrankungen leiden, eine schmerzunterhaltende psychische Begleitsymptomatik vorliegt oder ein Medikamentenentzug durchgeführt werden soll. An den Wochenenden ist ein Klinikaufenthalt verpflichtend.

Zum Team des Zentrums für Schmerzmedizin gehört die

Zu unserem Faltblatt mit weiteren Informationen