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Klinik für Orthopädie

St. Vinzenz-Krankenhaus Düsseldorf

KORREKTUR DES SCHMERZHAFTEN GROSSZEHENBALLENS (HALLUX VALGUS)

Ursache

Die Ballenzehe ist die häufigste Fehlstellung der Großzehe. Sie kann im Laufe der Zeit zunehmen. Es entwickeln sich Druckschmerzen oder auch ein Gelenkverschleiß. Leute mit Plattfüßen oder mit außergewöhnlich biegsamen Füßen sind besonders gefährdet. Andere Ursachen sind Verletzungen, rheumatische Arthritis und neurovaskuläre Krankheiten. Frauen sind häufiger betroffen, wahrscheinlich aufgrund der von Frauen getragenen Schuhe.

Konservative Behandlung

Zunächst sind geeignete Schuhe zu wählen, mit niedrigen Absätzen, weichem Leder und breitem Zehenspielraum. Polster verringern den Druck auf die Erhebung. Auch entzündungshemmende Medikation verschafft Erleichterung.

Operative Behandlung

Welche Methode im Einzelfall die beste ist, wird nach einer Untersuchung der Fußfehlstellung und anhand von Röntgenaufnahmen in einem ausführlichen und erläuternden Gespräch gemeinsam mit Ihnen besprochen und festgelegt.

 


Valgus

Bei einer leichten Ballenzehe wird die V-Osteotomie angewendet, wobei der erste Mittelfußknochen unterhalb des Gelenkköpfchens durchtrennt wird. Nach dem Lösen verkürzter Kapsel- und Sehnenstrukturen wird das ganze Gelenk in die gewünschte Stellung verschoben; die überstehenden Knochenteile werden entfernt. So kann das Gelenk wieder funktionieren. Die Knochenheilungszeit beträgt ca. sechs Wochen. In dieser Zeit darf der Fuß in einem Spezialschuh belastet werden.

Liegt eine Ballenzehe mittlerer Ausprägung vor, wird der 1. Mittelfußknochen Z- förmig durchgetrennt und in die gewünschte Stellung verschoben, um die Fehlstellung zu korrigieren. Die Knochenheilungszeit beträgt in diesem Fall ebenso sechs Wochen, in denen der Fuß ebenfalls in einem Spezialschuh belastet werden darf.

Ist Ihre Ballenzehe sehr ausgeprägt, muss ein sehr großer Winkel korrigiert werden. Dazu muss der erste Mittelfußknochen am körpernahen Ende umgestellt und mit dem angrenzenden Knochen fixiert werden. Hier beträgt die Knochenheilungszeit acht Wochen, in denen der Fuß nur teilweise belastet werden darf.

BEHANDLUNG BEI VERSCHLEISS DES GROSSZEHENGRUNDGELENKES

Milder Hallux Rigidus
Bei leichten Beschwerden und geringer Verschmälerung des Gelenkspaltes sind über den niedergelassenen Orthopäden die konservativen Maßnahmen auszuschöpfen. Schmerzmedikation mit nichtsteroidalen Antirheumatika, Physikalische Maßnahmen oder auch Bewegungstherapie sind zu empfehlen. Schuhzurichtungen bzw. Einlageversorgungen können zu einer Belastungsreduktion im Großzehengrundgelenk führen und eine entsprechende Linderung der Schmerzsymptomatik bedingen. Führt die konservative Therapie nicht zu Linderung der Beschwerden, ist eine operative Versorgung mittels Cheilektomie empfehlenswert. Bei der Cheilektomie erfolgt über einen kleinen Schnitt das Eröffnen des Gelenks und die Abtragung der osteophytären Randanbauten. Die anschließende Nachbehandlung beinhaltet die Mobilisation im Verbandsschuh bis zum Abschluss der Wundheilung.

Schwerer Hallux Rigidus
Bei ausgeprägter Arthrose mit weitgehender Versteifung des Großzehengrundgelenkes (Hallux rigidus) oder bei entzündlich-rheumatischen Gelenkzerstörungen kann es erforderlich sein, das Gelenk in einer Stellung zu versteifen, in der die Betroffenen gut und kraftvoll abrollen können. Bei der Großzehengrundgelenksarthrodese erfolgt die Resektion der arthrotischen Gelenkflächen und die Stabilisierung mittels Osteosynthesematerial ( zwei gekreuzte Schrauben oder Platte mit Zugschraube) zur Versteifung des Großzehengrundgelenks. Die anschließende Nachbehandlung beinhaltet die Mobilisation im Verbandschuh für sechs Wochen.

Fehlstellungen am fünften Strahl
Ähnlich wie an der Großzehe, kann es auch an der kleinen Zehe Fehlstellungen geben, wenn der entsprechende 5. Mittelfußstrahl zu weit abgespreizt ist. Es bildet sich eine schmerzhafte Schwiele am Köpfchen des 5. Mittelfußknochens, welche im Schuh drückt. Je nachdem, wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist, kann es notwendig werden, den Knochen am Köpfchen abzutragen oder den Knochen im Köpfchenbereich beziehungsweise im Schaftbereich umzustellen (das 5. Mittelfußköpfchen wird dadurch wieder näher an das 4. herangebracht). Die Knochenheilungszeit beträgt ca. sechs Wochen. In dieser Zeit darf der Fuß in einem Spezialschuh belastet werden.

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