Ob nach langem Sitzen im Büro oder beim Heben schwerer Kisten: Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. In den allermeisten Fällen liegt die Ursache in harmlosen Muskelverspannungen, die nach einiger Zeit von selbst abklingen. Was jedoch kaum jemand weiß: Hinter hartnäckigen Beschwerden können sich auch Tumore in der Rückenmarkshaut verbergen. Für diese seltenen und anatomisch anspruchsvollen Erkrankungen hat der Düsseldorfer Norden einen Spezialisten: Neurochirurg Dr. Ionas Gektidis – leitender Oberarzt am St. Vinzenz-Krankenhaus gehört zu den wenigen Medizinern im Umkreis, die diese Erkrankungen mit höchster Präzision und nach neuesten wissenschaftlichen Standards behandeln.
Verdächtiges Warnsignal: Schmerzen im Liegen
Wie erkennt man derart komplexe und „verborgene“ Krankheitsbilder? „Wichtig ist es, die Warnsignale des Körpers frühzeitig richtig zu deuten. Während gewöhnliche Rückenschmerzen durch Entlastung im Liegen oft besser werden, gibt es sogenannte ‚Red Flags‘, die auf eine tieferliegende Ursache im Nervenkanal hinweisen können“, so Gektidis. Ein besonders typisches Warnsignal sind Schmerzen, die vor allem nachts im Liegen auftreten oder sich dann verschlimmern. „Wenn Patienten berichten, dass sie aufwachen, weil sie keine schmerzfreie Position im Bett finden und zusätzlich neurologische Symptome wie Taubheitsgefühle auftreten, müssen wir sehr genau hinsehen.“ Denn dahinter können sich nicht nur Probleme mit der Bandscheibe oder Verengungen des Wirbelkanals, sondern auch Tumore der Nervenwurzeln wie Neurinome verbergen, die innerhalb der Rückenmarkshaut liegen. Da der Platz im Wirbelkanal sehr begrenzt ist, üben solche Tumoren Druck auf das sensible Rückenmark und die Nervenbahnen aus. Neben dem nächtlichen Schmerz sollten Betroffene auf ein anhaltendes Kribbeln in den Beinen oder eine schleichende Kraftminderung – wie plötzliches Stolpern – achten. Ein akuter Kontrollverlust über Blase oder Darm ist ein Notfall.
Schonende Verfahren: Maximale Sicherheit für die Nerven
„Wurde in der Kernspintomographie so ein Tumor festgestellt, ist die Angst vor einer dauerhaften Lähmung bei Betroffenen riesig. Heute ist diese Sorge dank moderner Technik meist unbegründet“, erklärt der erfahrene Operateur, dessen Schwerpunkt insbesondere die schonenden, minimalinvasiven Verfahren sind. „Wir operieren heute ausschließlich unter hochauflösenden OP-Mikroskopen und nutzen, falls erforderlich, das sogenannte Intraoperative Neuromonitoring.“ Dieses System misst während des gesamten Eingriffs permanent die Nervenströme des Patienten – vergleichbar mit einem hochempfindlichen Frühwarnsystem. „Dadurch sehen wir, wie das Rückenmark reagiert. Das Risiko, gesunde Nervenbahnen zu verletzen, wird so auf ein Minimum reduziert.“ Durch den schonenden Zugang und die kleinen Hautschnitte erholen sich die Patienten deutlich schneller. Viele von ihnen können bereits wenige Tage nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen – und das in den meisten Fällen dauerhaft schmerzfrei.
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